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Wieskirche | Steingaden | Rokokojuwel und Weltkulturerbe

Wallfahrtskirche zum gegeißelten Heiland auf der Wies

Allgäu-ABC - Das Nachschlagewerk über das Allgäu

Wieskirche (erbaut 1744)

Wallfahrtskirche zum Gegeißelten Heiland auf der Wies.

Die Wieskirche gilt als eine der schönsten Rokokokirchen Süddeutschlands. Ihre Architektur hat einen solchen Höhepunkt erreicht, dass in der kunstgeschichtlichen Literatur häufig vom »Raum-Wunder« der Wies die Rede ist. Aber es gibt noch ein zweites Wunder in dieser Kirche: Obwohl überwiegend ländliche Künstler am Werk waren - Aegid Verhelst und Balthasar Augustin Albrecht sind die Ausnahmen - ist ein Werk von höchster Qualität gelungen. Alle beteiligten Künstler, bis hin zu Anton Sturm und Dominikus Zimmermann, sind gleichsam über sich hinausgewachsen, haben ihre vorausgehenden Leistungen übertroffen.

 

Sich selbst übertroffen haben auch die Auftraggeber, Abt und Konvent von Steingaden, die weder Mühe noch Kosten gescheut haben, um die Wallfahrtskirche in dieser idealen Form zu verwirklichen. Da gibt es kein Zeichen von Ermüdung, keine Spur von Kleinlichkeit. Selbst bei Paramenten, bei Monstranz und Kelchen zeigt sich noch die geradezu fürstliche Freigebigkeit des Klosters. Als Kirche des 18. Jahrhunderts, dieses rationalistischen Zeitalters, ist die Wies bis in die letzten Einzelheiten durchdacht und bis in den letzten Winkel geformt. Aber dieses Jahrhundert weiß auch das Spiel als freie, ungezwungene Beschäftigung des geistbegabten Menschen zu schätzen; Spiel in diesem hohen Sinn ist ihm selbst das Gnadenwirken Gottes.

 

Das Tun der Künstler und Theologen in dieser Kirche hat deshalb die Aufgabe, Freude zu verbreiten und zu verkünden, so wie auf einem zeitgenössischen Stich die Wies und ihr Gnadenbild , »unerschöpflicher Brunnen der Barmherzigkeit« genannt werden und der Titel des Mirakelbuches von 1746 ,»Gnaden-Blum« heißt. Das theologische Programm der Wies sieht als wesentliches Merkmal der Kirche Christi ihren eschatologischen Charakter, das heißt, ihre Aufgabe darf sich nicht auf ein Wirken in dieser Zeit beschränken, ihr Ziel ist vielmehr die Wiederkunft des Herrn, das Himmlische Jerusalem.

Die Wies war nicht nur als Bauwerk in ihrer Zeit eine ganz moderne Kirche, sie war es auch in der theologischen Auseinandersetzung mit dem Zeitgeist, der diese einsame Wallfahrtskirche bei Steingaden im Jahre 1803 , »als ganz unnützes Gebäude« bezeichnet hat, weil er ihre Botschaft, ihren Sinn nicht mehr verstanden hat.

 

Trotz des drohenden Abbruchs unmittelbar nach der Säkularisation (1803) ist die Wies erhalten geblieben und mit ihr die Möglichkeit einer Gotteserfahrung durch das Schöne und eines einzigartigen Kunsterlebnisses.

 

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Wieskirche Steingaden

Wieskirche Steingaden


Wies 12
86989 Steingaden
Tel. 08862/932930
Fax 08862/932931-0

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