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Seen und Flüsse im Allgäu - Lech

Der Lech

Allgäu-ABC - Das Nachschlagewerk über das Allgäu
Lech zwischen Kaufering-Landsberg
Lech zwischen Kaufering-Landsberg

Der 264 km lange Fluss ist ein rechter Nebenfluss der Donau und nimmt auf seinem Weg in die Donau einige andere Flüsse mitauf. Mit dieser Länge ist er der drittlängste Fluss in Deutschland. Die Vils nimmt er kurz nach der deutsch-österreichischen Grenze auf und gemeinsam durchqueren Sie den Lechfall bei Füssen. Nahe Augsburg nimmt er als Dritten im Bunde die Wertach auf und zusammen fließen sie bei Rain in die Donau.

 

Geschichte des Lech

Licates (Likatier; Das ist eine Stammesgruppe von Kelten, die sich in der nähe des Lech angesiedelt hatten.), so wurde der Fluss 8/7 v. Chr. genannt. Im 2. Jahrhundert wurde er in Likias/Likios umbenannt und um 750 erwähnten Aufzeichnungen ihn als Licca. Das 8. Jahrhundert kennzeichnete ihn erstmals als Lecha/Lech, doch um 1059 wurde der Begriff Licus immer noch genauso häufig verwendet.

Die Bedeutungen aus dem walisischen Ilech (Steinplatte) und dem bretonischen lec`h (Grabstein) mögen auf den ersten Eindruck verwirrend und nichtssagend erscheinen, bedeuten aber für den Lech nichts anderes als „Der Steinige“.

 

Verlauf des Lech

Der Formarin- und Spullerbach sind die beiden Quellen im Lechquellengebierge in Vorarlberg (Österreich) die sich nahe der Gemeinde Lech vereinigen. Durch zwei Alpenregionen (Lechtaler/Allgäuer Alpen) in Richtung Nordosten fließt er durch Tirol. Durch Warth, Stanzach, Lechaschau und viele weitere Orte fließt er durch das Lechtal zur Grenze wo er die Vils aufnimmt.

 

Nachdem er in Deutschland einmarschiert ist, stürzt er zunächst 12 Meter in die Tiefe: der Lechfall bei Füssen. Nach diesem atemberaubenden Naturereignis fließt er gemächlich durch Füssen in den Forggensee. Weiter geht es an Roßhaupten, Halblech, Rieden und Schwangau vorbei durch Lechbruck nach Steingaden wo er in die Litzauer Schleife – wo er naturbelassen ist – einbiegt.

 

Unter der längsten Brücke die über den Lech fließt, der Lechtalbrücke Schongau-Peiting in Oberbayern, geht es hindurch und weiter in Richtung Hohenfurch. Hier verlief einstmals der Rand des mächtigen Lechgletschers. Kinsau, Apfeldorf und Unterdiesen sind nur einige der zahlreichen Ortschaften die er auf seiner Reise in die Donau durchquert. Ebenso einen mittelalterlichen Teil von Landsberg am Lech.

 

In der nächsten Etappe wird er oft gestaut und am Mandichosee bei Merching für Aktivitäten in der Freizeit genutzt. Durch den Augsburger Stadtwald – ein Trinkwasser- und Naturschutzgebiet – gelangt er direkt in die über 2.000 Jahre alte Stadt Augsburg. Sobald der Lech gegenüber Marxheim - etwa 12 Kilometer stromabwärts von Donauwörth entfernt - ist, hat er die lange Reise hinter sich und mündet in die Donau.

 

Mandichosee
Mandichosee
Lechbrücke Schongau-Peiting
Lechbrücke Schongau-Peiting

Zuwachs für den Lech

Ohne die Quellbäche und ohne die Friedberger Ach – welche bis 1555 in den Lech floss - gibt es 56 Zuflüsse, davon jeweils 28 in Deutschland und Österreich.

Hier wäre natürlich die Wertach und die Vils zu nennen. Kleiner Flüsse wie der Rotlech, Zürser-, Streim-, Horn-, Schwarzwasser-, Bocksbach, die Planseeache und der Halblech sind ebenfalls einige größere Ströme die den Lech speisen und immer größer werden lassen. Kleinerer sind u.A. das Doldensee-, Reiserbächlein, der Rossgraben, Rottbach, die Illach, Peitnach und die Schönach. Vor der endgültigen Vereinigung zwischen Lech und Donau fließt noch die Münsterer Alte dazu.

 

Geschichte am Lech

Als wichtige Grenze diente der Lech schon zu Zeiten während der Völkerwanderung und des frühen Mittelalters zwischen dem alemannischen Stämmen im Westen und den bayerischen im Osten. Dies wirkte sich besonders auf die Abgrenzung des schwäbischen und bayerischen Dialekts aus.

 

Im Frühmittelalter wurden die Gebiete am Lech, nach dem Ende der römischen Provinz Rätien, vor allem durch Alemannen besetzt. Nach und nach setzte sich jedoch der bayerische Einfluss durch. Schon 576 wird dies durch den langobardischen Autor Venantius Fortunatus an Gregor von Tours deutlich als er den Lech als „bajuwarisches Gebiet“ beschreibt. Ab dem 6. Jahrhundert vermutet man die offizielle Zugehörigkeit zum Herzogtum Bayern, was jedoch erst 200 Jahre später belegt ist. Der Lechrein bleibt allerdings schon seit jeher Teil des schwäbischen Bistums Augsburg.

 

Die Schlacht am Lechfeld dürfte jedem bekannt sein. Hier kämpften Otto I. und Bischof Ulrich von Augsburg 955 gegen die Ungarn. Diese Schlacht am 10. August 955 war für das Ende der Einfälle der Ungarn entscheidend und für Otto I. den Großen - späterer Kaiser des Heiligen Römischen Reiches – ein großer militärischer Sieg. Ihm gelang es die ungarischen Reiter – welche mit Plünderzügen große Teile Mitteleuropas verwüstet hatten – erfolgreich zu schlagen. Der Name der Schlacht ist nach dem Lechfeld bei Augsburg benannt.

 

Welfen, Staufer und die Grafen von Dießen-Andechs herrschten zunächst über den Lechrain bis alles im 13. Jahrhundert an die Wittelsbacher fiel.

 

1632 folgte die Schlacht bei Rain am Lech. Zuerst hatte König Gustav II. Adolf von Schweden Nürnberg gefolgt von Donauwörth eingenommen und zog nun gegen Ingolstadt. Feldmarschall Graf von Tilly wollte dies verhindern und zog ihm mit einem kleineren bayerischen Heer nach Rain wo er den Grafen am Lech-Übergang aufhielt. Zwei Tage später – nach Dauerfeuer auf beiden Seiten – gelangten die Schweden etwas weiter Südlich ans andere Ufer. Tilly konnte dies nicht mehr verhindern. Schwer verwundet wurde er durch eine Falkonettkugel welche seinen rechten Oberschenkel zertrümmerte. Maximilian I. befahl ihm den Rückzug nach Ingolstadt wo er am 30. April 1632 an seinen Verletzungen starb. Gustav II. Adolf konnte Ingolstadt nicht einnehmen.

 

Die Eingliederung Augsburgs und Ostschwabens an das späterer Königreich Bayern 1803/06 verlieh dem Lechrain eine wichtige Grenzfunktion welche bis heute mental erhalten blieb.

 

Lechrainer Dialekt

Dieser Dialekt (Vorostschwäbisch in der Sprachwissenschaft) ist eine Mischform aus mittel- bzw. südbayerischen Dialekten und mittelhochdeutschen Wörtern. Eigentlich sind das Schwäbsische und das Bayerische voneinander getrennt, doch am Lechrain verfließen sie miteinander. Das harte, kehlige -kch- welches sonst im Allgäu und Tirol beheimatet ist, das -ch- anstatt des -h- (z.B. ziehen → ziacha) und eine Verschiebung vom -i- zum -u- (z.B. Kirche → Kurcha) sind hierfür typisch. Dieser Dialekt ist eher in den Gemeinden am Fluss anzutreffen und wird – oft schon nur ein paar Kilometer weiter bzw. je näher man nach Osten kommt – eher vom bayerischen abgelöst. 

 

Charakter des Lech

Lech bei Füssen
Lech bei Füssen

In Österreich besitzt er in weiten Teilen bis heute seinen wilden Charakter mit zahlreichen, weitläufigen Schotterbänken was dem Naturpark Tiroler Lechtal zu verdanken ist. Zwichen Augsburg und Landsberg ist dies ebenso eine Ausnahme. Die Heiden und Trockenrasen verbinden sich zu dem Begriff Lechtalheiden welche eine große Artenvielfalt besitzen und unter strengem Naturschutz stehen.

 

Seit dem 19. Jahrhundert wird die „Wildheit“ des Lechs durch Hochwasserschutzmaßnahmen stark eingeschränkt. Um seine Ursprüngliche Form in einigen Teilen zu erhalten, wurden mehrere Naturschutzgebiete wie das Tiroler Lechtal, der Augsburger Stadtwald, die Litzauer Schleife und die Lechtalheiden ausgewiesen. Allerdings gibt es heute immer mehr Projekte um den Lech zu renaturieren und in seine ursprüngliche Form zu bringen.

 

Lage Lech

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